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Heldenwelt
Rubrik: Rezensionen

Von: Thomas Pürstinger

Datum: 10.08.06 19:17


Zu aller erst muss ich zugeben, dass ich bis vor 4 Monaten keine Ahnung hatte was ein PBeM überhaupt ist. Spiele die via E-Mail (oder Brief) gespielt wurden hätten auch kaum meine Aufmekrsamkeit erregt. Ich spielte einige Browsergames was sich aber zu guter Letzt auf mein Privatleben etwas ausgwewirkt hat. Also hab ich mich auf die Suche nach einer Alternative gemacht und bin auf dieser Seite gelandet. Mein erster "Klick" führte mich dann zur Heldenwelt und dies war eine glückliche Fügung.

 

Das was mich an Heldenwelt zuallererst gefesselt hat ist die Hintergrundgeschichte in die sie eingebettet ist. DIe Bewohner Kapstadts sind eines Tages plötzlich "erwacht" (das Ereignis wird auch die Geburt genannt)... nicht das sie vorher geschlafen hätten, doch keiner von ihnen konnte sich an irgendwelche vorhergegangenen Ereignisse erinnern. Merkwürdigerweise waren sie alle in der Lage die für ihr Leben notwendigen Tätigkeiten wie ihre Berufe ohne Probleme auszuführen, doch wer ihnen das gelehrt hatte wussten sie nicht. In Kapstadt selbst gab es zu diesem Zeitpunkt nicht nur Menschen, auch andere "fantastische" Völker wie Halblinge, Zwerge, Wald- und Halbelfen waren vertreten und lebten in Frieden miteinander. Nun siegte die Neugier und mutige Frauen und Männer wurden ausgesannt um das Umland zu erkunden und die Antworten zu den bohrenden Fragen der Bewohner Kapstadts finden.

 

Die ersten Erkundungsversuche verliefen - sagen wir mal - katastrophal, viele Wagemutigen wurden getötet oder nie wieder gesehn. Darauf hin beschloss der Stadtrat die Bemühungen zu intensivieren und vor allem besser zu organisieren. Die Geburtsstunde der ersten Heldengruppen Kapstadts war gekommen.Um die neuen Helden besser auf die Gefahren der grossen, weiten Welt besser vorzubereiten beschloss man ausserdem, auf den südöstlich von Kapstadt gelegenen Insel ein Trainingsprogramm auf die Beine zu stellen (welches man als neuer Spieler unbedingt absolvieren sollte, auch wenn es keine Pflicht ist). So weit so gut... Die Heldengruppen die ausgesannt wurden waren schon besser vorbereitet nur stiess man schon bald auf ein neues grosses Problem. Eine magische Barriere welches das gesamte Umland von Kapstadt von der restlichen Welt abschnitt und (zu Beginn noch) unpassierbar war.

 

Und dass ist schon das zweite grosse Mysterium welches es zu lösen gilt. Wer hat diese Barrieren (richtig verstanden, Mehrzahl!) erschaffen und zu welchem Zweck? Was hat es mit der "Geburt" auf sich? Das sind nur 2 Fragen von einer Vielzahl von weiteren.

 

Gut, das war die Hintergrundgeschichte nun zum "Spiel selbst". Der Editor, welchen man Gratis von der Homepage erhalten kann, ist selbsterklärend und schon nach kurzer Zeit hat man die Basics zur Bedienung des komfortablen Programms heraussen. Spielzüge können 5 mal die Woche abgegeben werden und ich brauche durchschnittlich 10 - 15 Minuten für einen Zug. Beginnen tut man mit einer Abenteuergruppe von 3 Charakteren, welche man dann bis auf 9 aufstocken kann wenn man will. Das Spielen mit 3 Charakteren ist kostenlos, entscheidet man sich für einen vieren Char kommt das dann auf 7,90 Euro im Monat (genau so für 9 Chars). Das macht bei 5 Züge die Woche, á 4 Wochen im Monat einen Betrag von knapp 40 Cents. Also ziemlich preisgünstig für meinen Geschmack.

 

Besondere Beachtung hat das Kampfsystem der Heldenwelt verdient. Im Editor lässt sich für jede einzelne Kreaturenart einstellen mit welchen Zaubern ich in einem Kampf die Chars auf sie reagieren. Feuerfliegen sind gegen Feuer immun? Klasse, dann sollte ein Wasserstoss das Problem beseitigen. Bemerkenswert ist auch die Tatsache, dass eine grosse Horde von sonst eigentlich eher schwächeren Kreaturen in der Masse gefährlicher werden könnten als zB ein riesiger Elefant. So können auch 20 Ratten (einzeln oder in geringer Anzahl eigentlich keine Gegner) zu einem Problem werden, wenn man nicht gut vorbereitet ist.

 

Ein weiterer Punkt den ich in diesem Zusammenhang erwähnen will sind Verletzungen nach Kämpfen und ihre Auswirkungen. Während in den meisten anderen Spielen Verletzungen keine Auswirkung auf das Spielgeschehen haben, ist dies in der Heldenwelt nicht so. Umso schlimmer die Verletzung ist, desto mehr werden die Fähigkeiten der Charaktere vermindert. Soll heissen, ein schwer verletztes Mitglied der Gruppe kann solange er nicht vollständig geheilt ist nicht so gut kämpfen, zaubern, beim Händler feilschen, jagen, Kräuter suchen etc...

 

Wo wir beim nächsten Thema angekommen werden, den Verletzungstypen. Man kann sich Knochen brechen, sich Verbrennungen zu ziehen, die Muskeln können verletzt werden und die Organe können Schaden nehmen - und dies auf einer Skala von 1 bis 20 (20 heisst so gut wie Tod). Nur sterben kann man in der Heldenwelt nicht, da wird man vorher immer von einer höheren Macht "errettet", was auch gut ist, da es die Kämpfe - auch gegen vermeindliche Jausengegner - ziemlich in sich haben.

 

Weitere Features des Spiels:

 

* beinahe 400 Questen die auf Erfüllung warten (tendenz steigend, da das Spiel ständig weiterentwickelt wird)

* über 160 verschiedene Monstertypen

* Tausende magische Gegenstände die es zu erkämpfen oder zu erhandeln gibt

* unzählige Rohstoffe, welches es von den Kreaturen zu "erjagen" gilt. Ich suche ein Kleintierfell für ne Queste? Da waren doch gestern einige Wildhunde in meiner Nähe... ^^

* ein nettes Fertigkeiten und "Erfahrungspunkte- und Rangystem". Es gibt in der Heldenwelt im engeren Sinn keine Erfahrungspunkte (welche man in anderen Spielen nach Kämpfen bekommt). Jede Runde erhält man eine gewisse Anzahl von Fertigkeitspunkten welche man dann in die Verbesserung schon erlernter Fertigkeiten stecken kann, oder andernfalls neue Fertigkeiten erlernen kann. Einen Rang steigt man auf, wenn man eine gewisse Anzahl an Fertigkeiten gesteigert und eine neue erlernt hat. Das bedeutet, dass wenn auch nicht gekämpft hat seine Fertigkeiten steigern kann. Nur wer nicht kämpft bekommt nicht das nötige Gold oder die Rohstoffe...

* kein Player versus Player... auch ein Grund warum ich das Spiel mag. Hier kann kein neuer Spieler von einem Powergamer verkloppt und ausgenommen werden.

* vor kurzen etabliertes Gildensystem. Gildemitglieder geniessen ein paar nette Vorteile gegenüber Einzelkämpfern, was aber nicht heissen soll das diese spielentscheidend sind und Spieler die sich in keiner Gilde befinden keine Chance haben.

* Interaktionen mit NSCs: hört sich merkwürdig an, ist aber schnell erklärt. Hin und wieder kann es vorkommen das einer der zahlreichen Nichtspielercharaktere von sich aus mit einer Heldengruppe Kontakt aufnehmen und zB spezielle Aufgaben für die Spieler haben (oder einfach ne Frage haben). Ausserdem ist es den Spielern möglich mit NSCs in Kontakt zu treten um an irgendwelche Informationen zu kommen. Die Interaktionen haben im Prinzip den Zweck die Hintergrundgeschichte der Heldenwelt weiterzubringen und somit haben die Spieler der Heldenwelt die Möglichkeit auch hier mitzuwirken. Interaktionen sind aber kostenpflichtig.

*eine riesige Spielwelt mit zahlreichen Niederlassungen (Städten) und vielen NSCs.

*9 Basisklassen (Krieger, Dieb, Magier, Heiler, Schamane, Kriegermönch, Händler, Waldläufer, Amazone) und dazugehörige Folgeklassen - beim Dieb hat man zB die Wahl zwischen Einbrecher und Assassine. Und für jeder dieser Klassen gibt es eine Vielzahl von "Berufsquesten" zur Weiterbildung.

* 6 verschiedene Rassen welche zur Auswahl stehen.

* beinahe 80 magische Sprüche, hunderte Verzauberungen, eine Vielzahl von Ritualen und Handwerken, und, und, und...

 

Schön ist auch, das Neueinsteiger durchaus die Möglichkeit haben Spielrunden "aufzuholen" und somit für jeden die Möglichkeit geboten wird (mit etwas Geduld und Ausdauer versteht sich) mit vorne dabei zu sein. Dies funktioniert ganz einfach so das Neueinsteiger 5 mal die Woche "ziehen können" während die Zielrunde (das ist praktisch die maximale Rundenzahl welcher ein Spieler im Augenblick erreicht haben kann) um 2 pro Woche angehoben wird. Soll heissen, die Leute welche sich gerade am Zuglimit befinden nur 2 mal die Woche ziehen können. So kann ein Neueinsteiger 3 mal mehr pro Woche ziehen und somit aufholen.







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