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Space Voyage
Rubrik: Rezensionen

Von: Sun-E

Datum: 01.11.03 14:41


Das Spiel: Der erste Eindruck von „Space Voyage“ ist verdammt positiv. Ein Browsergame, mit einer derartigen, schon professionellen Aufmachung sieht man bis dato selten. Sehr Stimmungsfördernd und steigert die Erwartungen an das Spiel drastisch.

 

Nach der Anmeldungsphase, geht es auch schon gleich los. Auf dem ersten Blick kommt das Spiel wie alle „üblichen“ Browsergames daher. Gebäude bauen und forschen ist angesagt. Das ganze dauert natürlich wieder seine Zeit, bis die Bauphase abgeschlossen sind und Forschungsergebnisse vorliegen, so daß neue Forschungen und Bauprojekte gestartet werden können. Das auffälligste hierbei ist aber, daß im Vergleich zu den üblichen Games dieses Genre auf Ticks verzichtet wird. Dafür scheint eine „Vollechtzeit“ vorhanden zu sein. Wenn man also 60 Aluminium pro Stunde fördert, dann wird tatsächlich jede Minute 1 Einheit produziert.

 

Das ganze Spiel kommt optisch recht nett daher. Auch die Ereignisse zwischendurch, wie Friedenverträge mit den Argonen oder ein netter Text, wenn man auf die erste weltraumfahrende Zivilisation trifft.

 

Doch das Spiel hat auch seine Tücken und zwar gewaltig, wie ich finde. Spiele dieser Art sollten doch eigentlich Spaß machen und vor allem mit anderen Spielern interagieren. Das scheint bei „Space Voyage“ zumindest am Anfang gar nicht der Fall zu sein. So spielt man die ersten Wochen (!) vor sich hin, ohne das man auf seien Nachbarschaft Einfluß nehmen kann. Zwar entdeckt man mit dem Bau einer Sternwarte die umliegenden Systeme und somit andere Spieler, aber wozu sollte man mit denen Kontakt aufnehmen, wenn man noch gar keine Raumschiffe bauen kann? Bei Single-Player-Computer-games a la Masters Of Orion mag dies sinnvoll sein, aber hier sehe ich ein schwerwiegendes Manko. Nach zwei Wochen ging mir während der Testphase der Reiz schon mehr und mehr verloren. Das Züge machen wurde zur Qual.

 

Regeln: Das Spiel selber bietet zwar online Handbücher, ist aber ansonsten selbsterklärend. Die Menüführung ist intuitiv schnell erfassbar.

 

Komplexität: Da ich während meiner Testphase keine Raumkämpfe erlebt habe, möchte ich diesen Punkt eher ausklammern. Aber das was ich in den 2-3 Wochen gesehen habe, ist weniger komplex und überschaubar.

 

Software: Außer einem Browser wird nichts weiter für das Spiel benötigt. Einer der sehr schönen Vorteile der Browsergames, da diese von jedem Ort der Welt, ohne Vorinstallation, etc. spielbar sind. Ideal für die Mittagspause im Büro.

 

Kommentar: Soweit so gut, an dieser Stelle kritisiere ich wie immer die Probleme der Browsergames dieser Art. Wieso wird auf rundenbasiertheit verzichtet? Fakt ist doch, daß nur diejenigen in solchen Spielen die Führung übernehmen, welche sich für alle Forschungen und Bauten den Wecker stellen. Zwar kann man mehrerer Gebäude mit einem mal bauen, aber leider nur von einem Typ. Weiterhin scheinen aber trotzdem alle Gebäude erst aktiv zu werden, wenn das letzte fertig gebaut wurde. Da die meisten Gebäude nur 1-2h bis zur Fertigstellung brauchen, muss man Abends schon überlegen, was man bis zur nächsten Sitzung am Computer baut und sich dann ausrechnen wie viele. Das ganze hat also weniger was mit Strategie, sondern ganz einfach etwas mit Zeit zu tun. Wer länger/öfter ins Internet geht, ist schlicht und einfach produktiver.

 

Fazit: Ich bin überzeugt, daß die Kombination von Spielen aus dem Genres Browsergames und Postspiele hervorragende Ergebnisse zu Tage fördern können. Vor allem wenn man sich die optische Aufmachung von „Space Voyage“ anschaut. Schade das das ganze nicht mit Spielprinzipien harmoniert, welche es schon im Postspielsektor seit 10-20 Jahren gibt.







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