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Kosmor
Rubrik: Rezensionen

Von: Sun-E

Datum: 14.06.03 15:37


Das Spiel: Bei Kosmor handelt es sich um ein Science-Fiction-in welchem jeder Spieler ein Hausdarstellt. Man könnte das ein wenig mit den Häusern von Dune der Wüstenplanet vergleichen. Entweder ist man Herrscher eines eigenen Hauses oder man ist einem anderen Haus untergliedert. Jeder übergeordnete Herrscher kann seine Vasallen von 0-15% besteuern, welche dann fortan vom Einkommen entsprechende „Schildpfennige“ bezahlen müssen. Natürlich können die Strukturen eines Hauses hierarchisch aufgebaut sein und so kann ein Untergebener, ebenfalls Untergebene haben und diese ebenfalls besteuern. So können griße Häuser aus komplexen Strukturen bestehen.

Jeder Spieler beginnt nun mit seinem Haus und seinem Heimatsystem. Das Machtzentrum eines Spielers stellt weniger das Heimatsystem, sondern viel mehr ein sogenannter Kriegsplanet dar. Letzteres klingt zwar sehr bedrohlich, ist es aber weit weniger und eher so eine Art fliegendes Kommandozentrum.

Die einzelnen Häuser verdienen nun Geld mittels Steuereinkünfte durch ihre Planeten. Mit diesem Geld werden Minen und Fabriken gebaut. Die Minen werden für die Rohstoffausbeute der Systeme benötigt und die Fabriken stellen daraus wiederum Hilfsstoffe und daraus wieder Komponente her. Diese Komponente werden dann auf Werften zum Schiffsbau benötigt.

Diese Schiffe sind zwar die Hauptangriffs und Verteidigungswaffen. Allerdings kann nur der Kriegsplanet andere, neutrale Systeme besiedeln oder feindliche erobern. Die eigenen Schiffe fliegen im Orbit des Kriegsplaneten mit. Obwohl der Kriegsplanet somit als Hauptangriffswerkzeug zu betrachten ist, ist dieser auch extrem verwundbar. Wird der eigene Kriegsplanet „erobert“, sei es durch die Niederlage im Kampf oder aktiv durch einen Angriff, wird man selber kurzerhand in das Haus des Gegners eingegliedert. Gleichzeitig verliert man 25% seines Geldes, seiner Rohstoffe, Hilfestoffe, Komponente und Systeme an den neuen Herrscher. Sollte man nun noch eigene Untergebene gehabt haben, erklären diese sich durch eine Revolte zu unabhängigen, eigenständigen Häusern. Durch diese klug, durchdachte Spielprinzip befindet sich die Galaxis ständig im Wandel.

Das Spiel an sich läuft runden basiert ab, wobei jeden morgen um 4h der Spielzugprozessor startet. Ideal um schon vor dem Frühstück schnell zu gucken, ob der nächtliche Angriff geklappt hat.

Es gibt noch ein paar Gebäude, welche allerdings nur Pro-Usern zur Verfügung stehen. Das Spiel an sich ist in Prinzip kostenlos. Aber zu einer späteren Spielphase möchte man größere Schiffe und eben diese Gebäude bauen und dann sollte man sich überlegen, ob man für derzeit 15€/Jahr nicht Pro-User werden will.

 

Regeln: Die Regeln des Spiels sind relativ einfach zu verstehen und übersichtlich und verständlich geschrieben. Diese sind online einsehbar. Eine Downloadvariante gibt es leider nicht.

 

Komplexität: Das Spiel lebt von seinem ausgeklügelten Feudal-System. Die Komplexität hält sich ansonsten in grenzen. An bekannte Spiele diesen Genre wie z.B. Stars! Oder VGA-Planets kommt das Spiel bei weitem nicht ran. Allerdings läßt der schnell Zugrhytmus auch nicht viel mehr Komplexität zu.

 

Software: Bei dem Spiel handelt es sich ausschließlich um ein reines Browser-Game. Die Anforderungen sind also minimal. Zusätzliche Software, etc. wird nicht benötigt.

 

 

Kommentar: Das Spiel ist hektisch und langatmig zugleich. Zum einen läßt der schnelle, tägliche Zugrhytmus keine Langeweile aufkommen. Zum anderen kann es schon recht hektisch zugehen. Zum Zeitpunkt dieses Artikels gab es noch keine Automatierungsprozesse in den Produktionsabläufen. Dadurch ist man eigentlich gezwungen wirklich jeden Tag seine Züge zu machen. Urlaub im Ausland oder langes Wochenende ohne Internetanschluss fallen damit schon einmal Flach.

 

Weiterhin fliegt ein Kriegsplanet 30 Lichtjahre pro Runde (Tag). Aber Ziele in 150-210 Lichtjahre Entfernung sind im späteren Spielverlauf keine Seltenheit. So kann es schon recht langatmig werden, wenn man tagelang mit seinem Kriegsplaneten umherfliegt, aber andererseits jeden Tag seine Produktionsstätten bedienen muß, ohne das eigentlich was spektakuläres passiert.

 

Ein weiteres Manko sind extrem viele Gastspieler, welche sich zum Spiel anmelden, als neuer Nachbar im Spiel auftauchen, nie einen Zug machen und automatisch nach einigen Tagen wieder gelöscht werden, nur damit dann ein neuer Spieler als Nachbar auftaucht, welcher wieder keine Züge abgibt. Hier kann man nur hoffen in einer „aktiveren“ Region der Galaxis zu starten. Andererseits vergeht der Spielspaß schnell zugunsten von Einsamkeit im All.

 

 

Fazit: Trotz seiner einfachen Regeln, kann man dem Spiel einen gewissen Suchtfaktor nicht absprechen. Sehr positiv fällt vor allem das Balancing des Spiels und die Oberfläche nach Usability-Kriterien auf. Bevor man sich anmeldet, sollte man lieber ausführlich die regeln lesen und genau überlegen, ob einem das Spiel womöglich zusagt, damit man nicht ebenfalls einer der vielen Gastspieler wird.

 

Das Spiel ist zwar kostenlos Spielbar, aber irgendwann erreicht man einen Punkt, wo man ohne den bau von größeren Schiffen, einem Nachbarn, welcher Pro-User ist, deutlich unterlegen wird. Andererseits sind 15€/Jahr nun wirklich nicht die Welt und dürfte eher als Spende angesehen werden.

 

Ansonsten ein einfaches, nettes Spiel für eigentlich wwischendurch. Wobei hoffentlich bald eine automatisierte Produktion implementiert wird, damit man es wirklich zwischendurch spielen kann.







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