"Wenn jemand zugeschaut hätte, als die gigantischen schwarzroten Schlachtraumer aus dem Hyperraum auftauchten, so hätte er sich vermutlich über die präzise Formation gewundert, in der die Stellarkreuzer sofort in eine Umlaufbahn um den Planeten Hopeless 1 einschwenkten. Vielleicht wären ihm auch noch die merkwürdig eckigen, verchromten Schriftzüge aufgefallen, die jedes Schiff an der Backbordseite schmückten: "For a cleaner galaxy".
Eine Erklärung für diese beiden Phänomene hätte vielleicht ein Blick auf die Steuerbordseite geliefert. Denn hier, in einem Firmensignet, das entfernt an einen Computerchip erinnerte, stand der Name "VRAZRUUB". Wer mit der jüngeren Geschichte des Sternenreiches allerdings nicht vertraut war, dem hätte auch das nicht viel weitergeholfen. Der hätte sich schon auf die Brücke des Flaggschiffs "Blastem" begeben müssen. Denn hier residierte der Commander. Nicht, daß ihn unser hypothetischer Beobachter gleich als solchen erkannt hätte; er unterschied sich weder in der Form seines Gehäuses noch im Chrom irgendwie von den anderen Brückenoffizieren, die rings um ihn herum installiert waren. Doch seine Programmierung wich deutlich von der seiner Untergebenen ab: Als einziger Roboter an Bord kannte er den Zweck des Einsatzes, konnte Entscheidungen fällen und fühlte so etwas wie eine innere Mission. Er hatte seine Instruktionen schließlich vom VRAZRUUB-Zentralrechner - möge die Macht mit IHM sein - persönlich geladen bekommen. Irgendwo in einer abgelegenen Speicherzelle war auch die Information gespeichert, wofür VRAZRUUB stand: Vereinigte Roboter-Armeen Zur Reinigung des Universums von Unnötiger Biomasse. Aber das interessierte ihn eigentlich nicht wirklich.
Spätestens beim Anblick des Commanders und seiner Subaltern-Offiziere wäre jeder menschliche Beobachter panisch davongelaufen - soweit man das im Weltall kann -, wahrscheinlich mit dem Schreckensruf auf den Lippen, der für die Bewohner ganzer Sternensysteme das letzte Wort ihres Lebens gewesen war: Positronix! Jeder Bewohner des Sternennetzes, jeder Raumfahrer, ob Pirat oder einfacher Handelskapitän, kannte den Ruf der Positronixflotten. Ihr einziges Lebensziel: organisches Leben zu vertilgen, das in ihren mechanischen Augen lediglich eine eklige Verschmutzung der sauberen Planetenoberfläche darstellte.
Und dieser interstellare Reinigungsdienst hatte nun auch Hopeless 1 erreicht. Obwohl die Welt unter dem Schutz und im Machtbereich des Imperators W8-4-Me stand, waren dessen Flotten doch gerade in einem ganz anderen Bereich des Alls gebunden; sie schlugen sich irgendwo mit den Verbänden des selbsternannten Gurus Dummycometome herum, der schon einige der imperialen Welten mit seinen religiösen Fanatikern überzogen hatte. Zudem besaß Hopeless 1 nur eine so geringe Anzahl von Bewohnern, daß sich zu ihrem Schutz eine Extraflotte nicht gelohnt hätte.
Doch der Commander wußte, daß der Zentralrechner - möge ER gut im Lack stehen - seine Flotte nicht wegen der Bewohner hergeschickt hatte. Viel interessanter waren für ihn die Titanminen des Planeten. Aus deren Rohmaterial würden neue Roboter und Schlachtschiffe entstehen (einer der Gründe, warum die Flotte keine Planetenbruch-Bombe mit sich führte; nur die Oberfläche der Welt sollte von den ineffizienten und schmutzigen Bioformen desinfiziert werden).
Mit einem winzigen Gedankenimpuls leitete der Commander das Feuersignal an die bereits ausgefahrenen Phototron-Werfer-Batterien..." (Auszug aus dem deutschsprachigen Original-Regelwerk von Peter Stevens)
Starweb ist ein PostSpiel für ca. zehn bis fünfzehn Spieler. Bei Starweb gibt es sechs verschiedene Charaktere. Jeder Charakter hat verschiedene Aufgaben, für die er Punkte erhält. Ziel des Spieles ist es, am Ende die meisten Punkte zu haben. Die Endpunktzahl wird erst zum Schluß bekanntgegeben, so daß das Ende für die Spieler überraschend kommt. Mit der Auswertung der letzten Runde werden das Ergebnis und die Reihenfolge der Gewinner bekanntgegeben.
Du bist Alleinherrscher eines Planeten, dessen Bewohner gerade mit der Erforschung des Weltraumes begonnen haben. Die erste Landung auf einem Nachbarplaneten hat große Aufregung verursacht, denn das Forschungsteam entdeckte unzweifelhaft Überreste einer vergangenen Zivilisation. Eines der erforschten Gebiete scheint ein riesiger Raumflughafen gewesen zu sein, der durch einen sich selbst erhaltenden und reparierenden Computer betrieben wurde. Nach erheblicher Anstrengung ist es den Wissenschaftlern gelungen, sich mit dem Computer zu verständigen. Sie haben herausgefunden, daß der Raumflughafen Teil eines großen Transportnetzes ist, das 255 Sternensysteme über sofortigen Transfer miteinander verbindet.
Auf diesem Raumflughafen haben die Wissenschaftler fünf Einrichtungen gefunden, die den Transport und Transfer ermöglichen und "keys" genannt werden. Wird einem solchen key eine Flotte von Mehrzweckschiffen zugeordnet, so kann diese durch ein Tor zu einem anderen Stern fliegen. Leider ist der Teil des Computers, der die Karte des Sternennetzes enthielt, entfernt worden. Die einzigen bekannten Verbindungen zu anderen Welten sind diejenigen, die zu unmittelbar benachbarten Sternen führen. Um Verbindungen zu anderen Sternen herauszufinden, hast Du keine andere Möglichkeit, als Forschungsflotten durch die vorhandenen Tore zu schicken. Dabei wird sich kaum vermeiden lassen, daß Du auf andere Forscher und Eroberer stößt, mit denen Du Dich diplomatisch oder kriegerisch auseinandersetzen mußt.
Sowohl die keys, als auch die Tore sind unzerstörbar, und die Lebewesen, welche dieses System erbaut haben, sind schon vor Tausenden von Jahren verschwunden.
Du kannst davon ausgehen, daß jedes Starweb anders ist, vor allem was das Sternennetz und die Vorkommen auf den Planeten anbelangt. Wenn in Deiner ersten Partie neutrale Schiffe nicht zurückfeuern, so muß dies in das nächste Mal nicht unbedingt auch so sein. Sei also auf der Hut!